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Interview mit Kleber Cruz Garcia aus dem Produktmanagement Kaffee der GEPA

• Wo liegen die Kooperativen in Nicaragua, von denen die GEPA den
Kaffee für die MainKaffee-Mischung bezieht? Wie hoch liegen die
Kaffeefelder?
Kleber Cruz Garcia: In Nicaragua heißen unsere Handelspartner: UCPCO
(Union de Cooperativas de cafe Organico), COSATIN (Union de Cooperativas
de Servicio Multiple Tierra Nueva R.L.) und Soppexcca (Sociedad de
Pequeños Productores Exportadores y Compradores de Café S.A.) Die
UCPCO liegt im Gebiet San Juan de Rio Coco (Departamento Madriz),
COSATIN in Boaca (im Zentrum des Landes), Soppexcca hat Mitglieder im
Gebiet von Jinotega (das ist ca. 164 km von Managua entfernt).
Die Anbauhöhe des Kaffees liegt bei allen Kooperativen zwischen 950m und
1650m .
• Wie viele Kaffeebauern arbeiten zusammen in den Kooperativen?
Kleber Cruz Garcia: Die Größen der Kooperativen sind sehr unterschiedlich.
Soppexcca z.B. ist ein Zusammenschluss aus 14 Basisorganisationen mit
insgesamt 659 Kaffeeproduzenten. Die UCPCO hat eine Mitgliederzahl von
118 Kaffeeproduzenten; bei COSATIN sind neben 682 Kaffeeproduzenten
auch 90 Honigproduzenten organisiert.
• Was ist charakteristisch für den Kaffee, den die GEPA aus Nicaragua
importiert? (Was sind seine Qualitätsmerkmale?)
Kleber Cruz Garcia: Die Qualitätsmerkmale sind: der Kaffee aus Nicaragua
hat eine „mittlere“ Fülle, feine Säure und ein gutes Aroma. Es ist ein Kaffee,
der das Aroma in Mischungen gut abrundet.
• Welche Wirkungen hat der Faire Handel für die Produzenten gehabt?
Was wurde z.B. geschaffen durch die Erlöse aus dem Fairen Handel?
Kleber Cruz Garcia: Wofür die Kooperativen den Mehrpreis, den sie aus dem
Fairen Handel erzielen, verwenden, ist ganz unterschiedlich und liegt jeweils in
ihrer eigenen Entscheidung.
Bei Soppexcca wurde der Mehrpreis z. B. unter anderem für die Errichtung von
drei Apotheken genutzt, es wurde eine Baumschule angelegt und ein
Vogelschutzprojekt ausgestattet sowie ein Fond zur Unterstützung von
Jugend-Umweltschützern eingerichtet. Bei COSATIN wurde ein Fonds
eingerichtet, aus dem die Mitglieder Kredite zur Finanzierung der Ernte
beziehen können. Außerdem wurde die Arbeit der so genannten
„Gesundheitspromotoren“ unterstützt.
• In Deutschland ist Kaffee das populärste Getränk. Ist das in Mexiko und
Nicaragua genauso? Wie wird der Kaffee dort gern getrunken? Was
kostet eine Tasse Kaffee ungefähr in Mexiko?
Kleber Cruz Garcia: Der Kaffeekonsum in Mexiko beträgt etwa 0,700 kg pro
Kopf und Jahr (in Deutschland sind es ca. 6,5 kg Kaffee!). Der Preis einer
Tasse Kaffee ist sehr unterschiedlich und hängt natürlich davon ab, wo man
den Kaffee trinkt, im Allgemeinen dürfte der Preis aber nicht höher liegen als
ein Euro. In Mexiko wird viel löslicher Kaffee der Marke “NESCAFE” getrunken,
die Mexikaner haben dafür aber einen lustigen Ausdruck erfunden: Sie
nennen den Kaffee „NOESCAFE“ (das heißt "Es ist kein Kaffee"). Der
Kaffeekonsum in Nicaragua liegt etwas höher, bei ca. 1,4 kg pro Kopf und
Jahr. Auch dort wird überwiegend löslicher Kaffee getrunken.
• Wie oft ist jemand vom Produktmanagement Kaffee der GEPA vor Ort
bei den Kooperativen?
Welche Gespräche werden dann geführt? Worum geht es?
Kleber Cruz Garcia: In Mexiko sind wir jedes Jahr und in Nicaragua jede
zweites Jahr. Auch kommen die Produzenten zur Besuch nach Deutschland
(z.B. im Rahmen der Fairen Woche).
Es werden verschiedene Punkte angesprochen, es gibt einen Rückblick auf
die Zusammenarbeit im vorangegangene Jahr und einen Ausblick auf das
kommende Jahr. Beim Rückblick gibt es eine Rückmeldung über die Qualität
des gelieferten Kaffees, über die Entwicklung des Marktes, über die
Entwicklung der GEPA und eine Auskunft, wie viel die GEPA an die
Genossenschaft bezahlt. Von Produzentenseite gibt es eine Auskunft über die
Entwicklung der Genossenschaft, eine Rückmeldung über die Verwendung es
Fairtrade-Mehrpreises. Beim Ausblick geht es um die zukünftige
Zusammenarbeit (also um die Verträge, die Vorfinanzierung, den
Verschiffungsplan, die Preise, etc).
Und es gibt viele persönliche Gespräche mit den Kaffeebauern, die nicht in
Büro von der Organisationen, sondern auf den Kaffeefeldern stattfinden. Es ist
für uns wichtig, dass die Kaffeebauern wissen, wer die GEPA ist und was wir
wollen.
• Was ist Ihnen besonders wichtig in der Zusammenarbeit mit den
Kooperativen? Welche Entwicklungen bei den Kooperativen freut Sie
besonders?
Kleber Cruz Garcia: Das wachsende Selbstbewusstsein der Produzenten. Das
kann man nicht quantifizieren oder in Zahlen ausdrucken!
• Was ist besonders wichtig in der Zusammenarbeit mit dem
Kooperativen?
Kleber Cruz Garcia: Vertrauen zu schaffen und Vertrauen aufzubauen, das ist
das allerwichtigste.

Das Gespräch führte der Weltladen Bornheim mit Kleber Cruz Garcia, der seit
1996 bei der GEPA in Wuppertal als Assistent im Produktmanagement Kaffee
arbeitet. Kleber Cruz Garcia ist 44 Jahre alt und gebürtig aus Piura/Peru.

Von der Bohne bis zur Tasse ....

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